Nixanders!

Geschichte

Urkundliche Ersterwähnung 1310:
„Konrat genannt v. Hornecke, Bürger zu Straßburg, seine Frau Saffina und ihre Kinder Katharina, Johann und Niklaus verkaufen dem Bürger Konrat von Otolzhofen und seinen Erben ihr Drittel an dem Fahre zu den Hunden, welches sie zu gleichen Theilen gemeinschaftlich mit Johann Kleinklebeloch und mit den Erben des verstorbenen Kuderer, jeder zu einem Drittel besessen haben durch Erbschaft von ihrer Mutter.
Es liegen darauf 10 Den. jährlichen Zins.
Der Kaufpreis ist 50 Pfd. Straßb. Pfenn.
Dies macht 680 fl., der Zins 34 Kr.“

Der Ortsname wird als Dinckhoff (Haupthof und Gerichtsstelle eines grundherrlichen Bezirks) des Straßburger Bürgers „Konrat von Otolzhoffen“ als Lehen der Grafschaft Hanau-Lichtenberg gedeutet.

In den Kriegsjahren litt die Einwohnerschaft immer wieder unter Plünderungen, Belagerungen, Seuchen und Brandstiftungen, bedingt durch die zentrale Lage an der Heeresstraße.

Von jeher gehört das Dorf zum Gericht und Kirchspiel Kork. Die Kirchenbücher werden in Kork seit 1636 geführt. Auch der zugehörige Friedhof wird von den Dorfbewohnern genutzt.

Die Zugehörigkeit zum Kirchspiel hat dem Dorf auch die Mitgliedschaft in der Korker Waldgenossenschaft eingebracht. Bei der Waldaufteilung im Jahr 1811 erhielt Odelshofen seinen  Waldanteil von 61 ha.

Ursprünglich zum Amt Willstätt gehörig, kam das Dorf im Jahr 1803 zu Baden.

Im Jahre 1864 / 1865 wurde das Schul- und Rathaus erbaut. Im Jahr 1962 erfolgte der Schulhausneubau.

Odelshofen ist bis heute ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf geblieben. Die Viehwirtschaft wurde meist durch Pferdehaltung abgelöst. Wogende Ährenfelder und blühende Wiesen umrahmen das Dorf. Charakteristisch ist der Plauelbach mit seinen Brücken sowie die schön erhaltenen Fachwerkhäuser.

Der Dichter Johann Peter Hebel (*10.05.1760) fand auch an Odelshofen sein Gefallen.
Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 1810 haben Straßburger und Korker Freunde die „Hebelinsel“ im Gewann Lindenfeld mit einem ländlichen Fest eingeweiht.
Zu Hebels 130. Todestag (†22.09.1826), im Jahre 1956, wurde auf der Insel eine Hebellinde gepflanzt. Dieser wunderschöne Ort gab Anlass für folgendes Gedicht:

Auf die Insel bei Odelshofen

Zeig Jumpfere us em Oberland
mit diner Harpfen in der Hand,
flicht di Zirinke-Chranz ins Hor,
legs Halstuech a us Silberflor,
chumm, sing e Liedli so und so!
De chasch nit viel. Mer wisse's scho

Findsch echt der Weg ins Unterland?
Der Schwarzwald blibt uf rechter Hand,
mit sine Firste hoch und lang,
und 's Wasser links, 's goht au di Gang,
und obe Himmel rein und blau,
und unte frische Morgenthau.

Doch wenn de n'über d'Chinzig gohsch
und z'Offeburg am Scheidweg stohsch,
's goht links di Weg und denk mer dra,
iez goht di d'Bergstros nüt meh a.
Lueg um di! Siehsch kei Insle do?
O b'hüet is Gott, do isch si jo.

Wie isch das Inseli so nett,
as wenn's  e Engel zirklet hätt,
as wenn's si eige Gärtli wär!
Wie badets in sim chleine Meer!
Wie badets in sim Bluemeduft,
und sunnt si in der reine Luft!

's treit menge Her e Stern am Band,
het Geld wie Laub, und Lüt und Land;
er ißt Pastete, Fleisch und Fisch,
e goldne Bueb stoht hinterm Tisch;
es fehlt em nüt, frog was de witt!
Doch so ne Plätzli het er nit.

Und heig er au; was isch derno?
Ihm singe d'Vögeli doch nit froh,
ihm blüehe d'Blüemli nit so blau,
der Nachtluft weiht em nit so lau.
's chunnt nit uf Luft und Vögel a,
me mueß es in ihm selber ha.

Ne frohe Sinn, e lustig Bluet,
in Freud und Leid e guete Mueth.
Und wemme binenander sitzt,
und d'Freud eim us de Auge blitzt,
Sell will en ander Röckli ha,
im gstickte Gala gohts nit a.

Bim Bluest, dört chömme Here-Lüt!
Sing herzhaft furt, sie thüen der nüt.
Sag: Grüeß ich Gott, und mach ich froh
in eurem nette Pärkli do;
und wenn sie bi der dure göhn,
gang usem Weg und neig di schön.

Se grüeß ich Gott und mach ich froh,
i eurem nette Gärtli do,
und spar ich gsund Johr i, Johr us,
o schenket mer e Blüemli drus.
Ich flicht mers in d'Zirinki i,
es soll mi fürnehmst Blüemli si.

Frau Sunne, was i z'bitte ha,
lueg lieb und süeß das Plätzli a,
und wärms frei wohl und tränks mit Lust
us diner süeße Muetter-Brust.
Mer sin zwor nit elleinig do,
doch hen die Andre au dervo.

Her Vollmo, und was d'Nacht erhellt,
wenn d'Sunne schloft im stille Zelt,
i will ichs au bifohle ha,
und luegt e Chnab si Schätzli a,
und wenns em au e Schmützli git,
sind still derzue, i verrothets nit.

Jez Jumpfere mit dem Harpfespiel
mach, aß de furtchunnsch. Z'viel isch z'viel,
Und chunnsch mer heim im Obedroth,
und 's frogt di eis: Woher so spot?
se sags, und rüehms frei do und dört,
und halt di redli. Hesch mers ghört?

Im Jubiläumsjahr 2010 jährt sich die Einweihung der Hebelinsel zum 200. Mal und wieder feiern wir ein ländliches Fest: Ein Dorf feiert !!!

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